KUHLENBIEKE.blog

WTF! Kuhlenbieke? Was soll das sein?

Gibst du Kuhlenbieke bei Google ein, kommt dort außer meinen Einträgen nichts.

Was zum Teufel ist also ein oder eine Kuhlenbieke?

„Du überlegst fast 1,5 Jahre wegen einem Blognamen und dann kommt am Ende Kuhlenbieke dabei raus???“

Jap.

Die Kuhlenbieke ist einer der Abenteuerspielplätze meiner Kindheit. Jedes Dorf hatte früher einen Hang, wo sie den Schrott runter geschmissen haben, eine Art wilde Deponie.

Hier fanden sich auch die Überreste eines Käfers. Die Radkappe habe ich immer noch, die Motorhaube, welche wir für „pyrotechnische Forschung“ eingesetzt haben, ging irgendwann verloren.

Wir haben eigene Böller gebaut (wie, wird nicht verraten), die einen Polenböller wie einen Kindergeburtstag aussehen lassen. Wenn du noch nie selber Schwarzpulver hergestellt hast, hast du nicht gelebt.

Komm wir fahren runter zur Kuhlenbieke. Zack aufs Fahrrad und los. Sie war schnell erreichbar, aber trotzdem weit genug weg, dass Erwachsene nicht stören konnten – bzw. es sehr selten taten. Hier starteten die ersten DIY Projekte.

Es war auch der Ort, an dem ich zum ersten mal Mofa, 50er und Auto gefahren bin. Alles schwarz und zum Glück lange verjährt.

Der Spruch passt:

Fahrschüler in der Stadt – Das sind die Pedale, das Lenkrad und so geht das Auto an.

Fahrschüler auf dem Land- Fahr mich zur Dönerbude, ich habe Hunger, du weißt eh wie es geht. Und fahr nicht so schnell!

Ja, das Dorfleben hatte damals auch große Vorteile, man war eher unbehelligt. Vor Jahren habe ich mal mit meiner Mutter gesprochen, wo sie uns damals vermutet hat – und wo wir wirklich waren… Wir lagen weit auseinander.

Früher war die Kuhlenbieke großräumig freigeschnitten. So frei, dass dort sogar das große Osterfeuer Platz fand, als kein anderer Platz zur Verfügung stand. Sie führte fort in einen Feldweg, wo die Furchen so tief waren, dass man sie nur mit großen Traktoren befahren konnte. Das machte sie für alle anderen mehr oder weniger zur Sackgasse und es gab niemanden, der da durch musste.

Irgendwann wurde der Feldweg ausgebaut, eine Schotterpiste, damit die Fahrradfahrer nicht oben über den Berg mussten, sondern durchs Tal radeln konnten. Die Kuhlenbieke hatte ihren Sackgassen Charme verloren.

Heute hat sich die Natur die Kuhlenbieke zurück geholt. Alles ist zugewachsen, ein schmaler ausgebauter Wirtschaftsweg ist geblieben. Spuren findet man dort kaum noch vom Abenteuerspielplatz der heranwachsenden Dorfjugend.

Und so kam ich irgendwann im Prozess der Namensfindung auf Kuhlenbieke. Ein ehrwürdiger Name, für einen Blog, der diesen verdient.

Kindheitserinnerungen sind geblieben, als wir mit Überlebensmessern loszogen, deren Klingenlänge heute einen Waffenschein erforderlich macht. Damals völlig normal. Und ungefährlich. Man kann es halt auch übertreiben und tut das schlimmerweise auch.

Die Erinnerungen an die Zeit in der Kuhlenbieke werden bestehen bleiben.